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Auszahlplan in der Rente: So entnimmst du dein ETF-Vermögen richtig

In diesem Beitrag zeigen wir, wie beide Methoden funktionieren, wo die Unterschiede liegen und welche Variante für welche Ruhestandsplanung sinnvoll sein kann.

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Zuletzt aktualisiert: 18. März 2026

Auszahlplan im Ruhestand: Zwei Methoden, mit denen du dein Vermögen in der Rente nutzen kannst

Wer über Jahre Vermögen für die Rente aufgebaut hat, steht später vor der nächsten wichtigen Frage: Wie soll das Geld im Ruhestand wieder ausgezahlt werden? Genau dafür gibt es Auszahl- oder Entnahmepläne. Besonders verbreitet sind zwei Ansätze: die feste Entnahme nach einer klaren Regel und die flexible, dynamische Entnahme je nach Depotentwicklung.

Was ist ein Auszahlplan in der Rente?

Ein Auszahlplan regelt, wie du dir dein angespartes Vermögen im Ruhestand Schritt für Schritt auszahlen lässt. Statt nur Kapital anzusparen, geht es in dieser Phase darum, aus dem Depot oder dem angesparten Vermögen eine regelmäßige Zusatzrente zu machen.

Bei einem Wertpapierdepot bedeutet das meist: In festen Abständen werden Fonds- oder ETF-Anteile verkauft, und der Erlös wird auf dein Konto überwiesen.

Warum die Entnahmephase so wichtig ist

Viele konzentrieren sich jahrelang auf den Vermögensaufbau, aber deutlich weniger auf die spätere Nutzung des Kapitals. Dabei entscheidet die Entnahmestrategie mit darüber, ob dein Vermögen 15, 20 oder 30 Jahre lang tragen kann.

  • Inflation: Eine feste Auszahlung verliert mit der Zeit an Kaufkraft.
  • Börsenschwankungen: Schlechte Marktjahre zu Beginn der Rente können sich stark auf das Depot auswirken.
  • Langlebigkeit: Das Kapital muss oft über viele Jahre reichen.
  • Planbarkeit: Viele Ruheständler möchten möglichst konstante monatliche Einnahmen.

Methode 1: Fester Auszahlplan nach der 4%-Regel

Die bekannteste Methode ist ein fester Entnahmeplan , häufig in Verbindung mit der 4%-Regel . Die Grundidee: Im ersten Jahr der Rente entnimmst du 4 % deines Startvermögens. In den Folgejahren wird dieser Betrag nicht jedes Mal neu aus dem Depotstand berechnet, sondern in der klassischen Variante nur an die Inflation angepasst.

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Startest du mit 300.000 Euro in die Entnahmephase, entspräche das im ersten Jahr einer Entnahme von 12.000 Euro pro Jahr beziehungsweise rund 1.000 Euro pro Monat . Danach würde der Betrag nur noch um die Inflation angepasst.

Vorteile dieser Methode

  • Einfach zu verstehen: Die Logik ist klar und leicht vermittelbar.
  • Gut planbar: Die Auszahlungen bleiben relativ konstant.
  • Alltagstauglich: Für viele ist eine feste Zusatzrente leichter in den Lebensalltag einzubauen.
  • Gute Orientierung: Die 4%-Regel ist ein bekannter Ausgangspunkt für die Ruhestandsplanung.

Nachteile dieser Methode

  • Wenig flexibel: Die Strategie reagiert nicht automatisch auf starke Börsenrückgänge.
  • Sequenzrisiko: Schlechte Renditen direkt zu Beginn der Entnahmephase können problematisch sein.
  • Keine Garantie: Die 4%-Regel ist eine Faustformel, keine sichere Zusage.

Diese Methode passt besonders gut zu Menschen, die im Ruhestand vor allem Wert auf Stabilität und Berechenbarkeit legen.

Methode 2: Dynamischer Auszahlplan

Die zweite Methode ist der dynamische Auszahlplan . Hier bleibt nicht der Euro-Betrag starr, sondern die Entnahme wird regelmäßig an die tatsächliche Entwicklung des Vermögens angepasst. Läuft das Depot gut, kann mehr entnommen werden. Läuft es schlecht, wird die Entnahme reduziert oder langsamer gesteigert.

Statt jedes Jahr fix 12.000 Euro zu entnehmen, könntest du festlegen, jährlich 3,5 bis 4 % des aktuellen Depotwerts zu entnehmen. Steigt das Depot, steigt die Auszahlung mit. Fällt das Depot, sinkt die Entnahme automatisch.

  • Mehr Flexibilität: Die Entnahme reagiert auf die reale Depotentwicklung.
  • Besseres Risikomanagement: Nach schwachen Börsenphasen wird weniger Kapital entnommen.
  • Potenziell nachhaltiger: Das Vermögen kann über längere Zeit stabiler genutzt werden.
  • Geeignet für lange Ruhestandsphasen: Besonders interessant bei hoher Lebenserwartung.
  • Weniger planbar: Die Auszahlungen können von Jahr zu Jahr schwanken.
  • Mehr Disziplin nötig: In schwachen Jahren muss man auch geringere Entnahmen akzeptieren.
  • Komplexer: Die Strategie ist anspruchsvoller als ein fixer Auszahlbetrag.

Diese Methode ist besonders interessant für alle, die im Ruhestand einen gewissen finanziellen Puffer haben und ihre Entnahmen anpassungsfähig statt starr gestalten möchten.

Fester oder dynamischer Auszahlplan: Was ist besser?

Die bessere Methode hängt nicht nur von der Rendite ab, sondern auch davon, wie du im Ruhestand leben willst. Wer möglichst gleichmäßige Zusatzeinkünfte möchte, fühlt sich mit einem festen Auszahlplan oft wohler. Wer dagegen flexibler ist und stärker auf den Kapitalerhalt achtet, kann mit einer dynamischen Strategie besser fahren.

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th>Fester Auszahlplan

th>Dynamischer Auszahlplan

td>Schutz in Krisenjahren

td>Eher schwächer

td>Konstante Zusatzrente

td>Flexible Ruhestandsplanung

In der Praxis wählen viele Anleger einen Mittelweg: ein planbarer Grundbetrag für den Alltag und zusätzlich ein Liquiditätspuffer, damit in schlechten Börsenphasen nicht sofort verkauft werden muss.

Worauf du bei einem Auszahlplan in der Rente achten solltest

  • Inflation berücksichtigen: Eine starre Auszahlung wirkt heute anders als in zehn oder fünfzehn Jahren.
  • Liquiditätspuffer einplanen: Tagesgeld oder Cash-Reserve können Verkäufe in schwachen Marktphasen reduzieren.
  • Steuern mitdenken: Verkäufe aus dem Depot können steuerliche Auswirkungen haben.
  • Kosten prüfen: Orderkosten, Produktkosten und Spreads wirken direkt auf die Netto-Entnahme.
  • Regelmäßig überprüfen: Ein Auszahlplan sollte mindestens einmal pro Jahr überprüft werden.

Fazit: Zwei Wege, ein Ziel

Ein Auszahlplan ist die logische Fortsetzung jeder privaten Altersvorsorge. Während in der Ansparphase Vermögen aufgebaut wird, geht es in der Rente darum, dieses Vermögen sinnvoll, planbar und möglichst nachhaltig zu nutzen.

Der feste Auszahlplan punktet mit Klarheit und Stabilität. Der dynamische Auszahlplan bietet mehr Flexibilität und kann das Depot in schwierigen Marktphasen besser schützen. Welche Strategie besser passt, hängt am Ende von deiner Rentenlücke, deinem Sicherheitsbedürfnis, deiner Depotgröße und deiner Bereitschaft ab, auf Marktphasen zu reagieren.