Ernüchternde Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung
Eine neue Studie des Vereins Finanzwende wirft ein kritisches Licht auf die staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukte Riester- und Rürup-Rente. Die Auswertung von insgesamt 18 Riester- und 78 Rürup-Rentenversicherungen zeigt: Zwei Drittel der untersuchten Angebote erreichen über die gesamte Laufzeit nicht einmal eine Rendite, die die Inflation ausgleicht. Für viele Sparer bedeutet das reale Verluste – das angesparte Kapital verliert also trotz regelmäßiger Einzahlungen an Kaufkraft.
Hauptgründe für die schwache Rendite
Die Ursachen für die enttäuschenden Ergebnisse sind vielfältig. Besonders ins Gewicht fallen die hohen Abschluss- und Verwaltungskosten der Anbieter. Diese Kosten schmälern die Rendite erheblich. Hinzu kommen hohe Sicherheitsmargen, die in der Rentenphase einkalkuliert werden. Die gesetzlich vorgeschriebene Beitragsgarantie bei Riester-Verträgen limitiert zudem die Chancen auf höhere Erträge. All diese Faktoren führen dazu, dass viele Sparer mit ihren Verträgen nicht einmal das Mindestziel einer jährlichen Rendite von zwei Prozent erreichen – ein Wert, der etwa der durchschnittlichen Inflationsrate in Deutschland entspricht.
Reformpläne der Bundesregierung
Angesichts der anhaltenden Kritik plant die Bundesregierung eine grundlegende Reform der privaten Altersvorsorge. Im Zentrum steht das sogenannte Altersvorsorgedepot, das höhere Renditen am Kapitalmarkt ermöglichen soll. Im Gegensatz zu bisherigen Riester-Produkten sind dabei keine Garantien mehr vorgesehen. Vorgesehen ist ein Standardprodukt mit einem Kostendeckel von 1,5 Prozent. Verbraucherschützer wie der Verein Finanzwende halten diese Grenze jedoch für zu hoch und fordern einen maximalen Kostendeckel von 0,5 Prozent, um die Renditechancen für Sparer zu verbessern.
Was bedeutet das für Sparer?
Für viele Menschen, die auf Riester- oder Rürup-Verträge für ihre Altersvorsorge setzen, ist die aktuelle Entwicklung ernüchternd. Die Studie zeigt, dass Sparer mit diesen Produkten oft nur dann inflationsbereinigt ihr eingezahltes Geld zurückerhalten, wenn sie ein sehr hohes Alter erreichen – bei Riester-Verträgen wären das im Schnitt 99 Jahre, bei Rürup-Verträgen 96 Jahre. Wer sich auf die staatlich geförderte Altersvorsorge verlässt, sollte daher die Kostenstruktur und die realistische Renditeerwartung kritisch prüfen. Die geplante Reform könnte Verbesserungen bringen, doch bleibt abzuwarten, ob die Maßnahmen ausreichen, um die Altersvorsorge für breite Bevölkerungsschichten attraktiver und rentabler zu machen.
Warum erzielen viele Riester- und Rürup-Verträge keine inflationsausgleichende Rendite? Die Hauptgründe sind hohe Abschluss- und Verwaltungskosten sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Garantien, die die Renditechancen einschränken. Dadurch bleibt die jährliche Rendite häufig unter der Inflationsrate. Was ist beim Abschluss neuer Altersvorsorgeverträge zu beachten? Sparer sollten die Kostenstruktur, die garantierten Leistungen und die realistisch zu erwartende Rendite genau prüfen. Ein unabhängiger Vergleich verschiedener Produkte kann helfen, die individuell beste Lösung zu finden. Wie könnte die geplante Reform die Situation verbessern? Das geplante Altersvorsorgedepot soll höhere Renditen ermöglichen, indem es auf Garantien verzichtet und stärker auf den Kapitalmarkt setzt. Allerdings hängt der Erfolg maßgeblich von der tatsächlichen Kostenbegrenzung ab.
Publisher: Cash. Online Veröffentlichungsdatum: 11.03.2026 Primär-URL: https://www.cash-online.de/a/riester-und-ruerup-studie-sieht-reale-verluste-fuer-viele-sparer-713628/
Faktencheck und Quellenprüfung
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Viele Riester- und Rürup-Verträge erreichen laut einer aktuellen Untersuchung nicht einmal eine Rendite, die die Inflation ausgleicht.
Primärquelle (www.cash-online.de): https://www.cash-online.de/a/riester-und-ruerup-studie-sieht-reale-verluste-fuer-viele-sparer-713628/
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