Betriebliche Altersvorsorge: Was ist das?
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist eine vom Arbeitgeber organisierte Form der Altersvorsorge. Arbeitnehmer können einen Teil ihres Bruttogehalts in die bAV einzahlen (Entgeltumwandlung), oder der Arbeitgeber zahlt eigenständige Beiträge. In beiden Fällen profitierst du von steuerlichen Vorteilen während der Ansparphase. Die bAV ist neben der gesetzlichen Rente und der privaten Altersvorsorge die dritte Säule der deutschen Altersversorgung.
Die fünf Durchführungswege der bAV
Die Direktversicherung ist mit Abstand der häufigste Durchführungsweg, da sie einfach zu administrieren und gut portierbar ist.
Entgeltumwandlung: Wie funktioniert das?
Bei der Entgeltumwandlung verzichtest du auf einen Teil deines Bruttogehalts zugunsten von bAV-Beiträgen. Der Vorteil: Du zahlst auf die umgewandelten Beträge weniger Steuern und Sozialversicherungsbeiträge — weil der Beitrag vor Steuer und Sozialabgaben abgezogen wird.
Steuerliche Behandlung der Beiträge
Beiträge zur bAV sind bis zu 3.504 Euro pro Jahr steuerfrei (das entspricht 4 % der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung 2026 von ca. 87.600 Euro). Beiträge bis zu dieser Grenze sind außerdem sozialversicherungsfrei.
Der Pflicht-Arbeitgeberzuschuss
Seit 2022 (für alle bestehenden Verträge) ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, einen Zuschuss von mindestens 15 % auf den umgewandelten Betrag zu zahlen. Viele Arbeitgeber zahlen freiwillig mehr — das ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Beurteilung der bAV-Attraktivität.
Besteuerung in der Auszahlungsphase
Wie beim Altersvorsorgedepot gilt bei der bAV das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung: Beiträge sind steuerfrei in der Ansparphase, Auszahlungen werden vollständig mit dem persönlichen Einkommensteuersatz im Rentenalter besteuert. Zusätzlich fallen auf bAV-Leistungen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an — ein Punkt, der die Nettoauszahlung reduziert.
bAV und Altersvorsorgedepot: Wann was sinnvoll ist
Wann die bAV besser ist
Die bAV lohnt sich besonders, wenn der Arbeitgeber deutlich mehr als die Pflicht-15 % zuschießt — zum Beispiel 50 % oder 100 % des umgewandelten Betrags. Dann ist die bAV ein erheblicher Vorteil, den privates Sparen kaum ausgleichen kann.
Wann das AVD besser ist
Das AVD lohnt sich besonders für Familien mit Kindern, für Selbstständige und wenn die bAV-Konditionen des Arbeitgebers schlecht sind oder nur der gesetzliche Mindestzuschuss geleistet wird. Das AVD bietet mehr Transparenz, niedrigere Kosten und bessere Portierbarkeit. Den Förderbetrag berechnest du mit dem Rechner zur staatlichen Förderung.
Können bAV und AVD kombiniert werden?
Ja. bAV und Altersvorsorgedepot schließen sich nicht gegenseitig aus. Eine Kombination kann sinnvoll sein: bAV für den Arbeitgeberzuschuss, AVD für die staatliche Zulage und mehr Flexibilität.
FAQ: Betriebliche Altersvorsorge
Was ist Entgeltumwandlung?
Bei der Entgeltumwandlung verzichtest du freiwillig auf einen Teil deines Bruttogehalts und lässt diesen direkt in die bAV einzahlen. Du zahlst auf diesen Betrag keine Lohnsteuer und keine Sozialversicherungsbeiträge (bis zur Freigrenze von 3.504 Euro/Jahr).
Was ist der Pflicht-Arbeitgeberzuschuss?
Seit 2022 müssen Arbeitgeber bei der Entgeltumwandlung mindestens 15 % des umgewandelten Betrags als Zuschuss zahlen. Viele zahlen freiwillig mehr. Dieser Zuschuss ist ein zentraler Hebel, der die bAV attraktiv macht.
Wird die bAV-Rente versteuert?
Ja, vollständig nachgelagert. Beiträge sind steuerfrei, Auszahlungen werden mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Zusätzlich fallen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf bAV-Leistungen an.
Was passiert mit der bAV beim Jobwechsel?
Du kannst die bAV in vielen Fällen zum neuen Arbeitgeber mitnehmen — die Portierbarkeit ist aber eingeschränkt und vom neuen Arbeitgeber abhängig. Alternativ kann der Vertrag ruhend gestellt oder beitragsfrei fortgeführt werden.
Kann ich bAV und Altersvorsorgedepot gleichzeitig nutzen?
Ja, beide schließen sich nicht aus. Eine Kombination kann sinnvoll sein: bAV für den Arbeitgeberzuschuss, AVD für die staatliche Zulage und mehr Flexibilität.