Welcher ETF eignet sich für das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist als echtes Wertpapierdepot konzipiert. Du kannst darin ETFs und Investmentfonds kaufen — ähnlich wie in einem klassischen Broker-Depot, aber mit staatlicher Förderung und steuerlichen Sonderregeln. Die konkrete ETF-Auswahl hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Anbieter vergleichst du auf der Seite Depot-Vergleich.
Das Kostenlimit des Standardprodukts
Für das gesetzlich definierte Standardprodukt gilt ein Kostenlimit von 1,0 % der verwalteten Vermögenswerte pro Jahr. Dieses Limit bezieht sich auf die Gesamtkosten des Anbieters — also Depot- und Verwaltungsgebühren. Die Kosten des ETFs selbst (TER) kommen zusätzlich dazu. Je günstiger der Anbieter, desto mehr ETF-Spielraum bleibt.
Kriterien für die ETF-Auswahl im AVD
1. Niedrige TER (Total Expense Ratio)
Die Kostenquote des ETFs ist der wichtigste einzelne Faktor. Günstige Welt-ETFs haben heute TERs zwischen 0,10 % und 0,20 % pro Jahr. Über 30–40 Jahre Laufzeit macht der Unterschied zwischen 0,10 % und 0,50 % TER einen erheblichen Teil des Endkapitals aus. Ziel sollte eine TER von höchstens 0,20 % sein.
2. Breite Diversifikation
Für das AVD als Langfristdepot empfehlen sich breit gestreute globale Aktien-ETFs:
- MSCI World: ca. 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern — breite Basis, kein Schwellenländer-Anteil
- MSCI ACWI (All Country World Index): ca. 2.900 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern — noch breiter diversifiziert
- FTSE All-World: ähnlich wie ACWI, ebenfalls mit Schwellenländeranteil
3. Replikationsmethode
ETFs können einen Index physisch (tatsächliche Aktien kaufen) oder synthetisch (über Swaps) nachbilden. Für das AVD als Langfristdepot sind physisch replizierende ETFs in der Regel die transparentere Wahl.
4. Fondsgröße
Größere ETFs (Fondsvolumen über 500 Mio. Euro) sind stabiler, haben geringere Spreads und ein niedrigeres Schließungsrisiko. Für das AVD als Hauptvorsorgeinstrument empfehlen sich etablierte, große ETFs.
5. Ausschüttungsart: Thesaurierend bevorzugt
Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch — was den Zinseszinseffekt in der Ansparphase maximiert. Im AVD wird in der Ansparphase keine Kapitalertragsteuer fällig, weshalb ausschüttende ETFs keinen steuerlichen Nachteil haben. Trotzdem ist thesaurierend für die Ansparphase praktischer, da kein manuelles Wiederanlegen nötig ist.
Konkrete ETF-Beispiele für das AVD
Hinweis: Die Verfügbarkeit dieser ETFs hängt vom jeweiligen AVD-Anbieter ab. Kosten und Fondsgröße können sich ändern. Stand: Juli 2026.
Robo-Advisor als Alternative
Wer ETF-Auswahl und Rebalancing nicht selbst durchführen möchte, kann das AVD auch über einen Robo-Advisor besparen. Diese verwalten das Portfolio automatisch, fallen aber in der Regel teurer aus als eine DIY-Lösung mit einem günstigen Einzel-ETF. Einen Überblick bietet die Seite Robo-Advisor-Vergleich.
FAQ: ETF-Auswahl im Altersvorsorgedepot
Kann ich im Altersvorsorgedepot ETFs kaufen?
Ja. Das AVD ist als Wertpapierdepot konzipiert, in dem ETFs und Investmentfonds gekauft werden können. Die konkrete Auswahl hängt vom jeweiligen Anbieter ab.
Welcher Index eignet sich am besten für das AVD?
Für die meisten Langfristsparer empfiehlt sich ein breit diversifizierter Welt-ETF auf den MSCI World, MSCI ACWI oder FTSE All-World. Diese Indizes decken Hunderte bis Tausende von Unternehmen weltweit ab und reduzieren das Einzelrisiko erheblich.
Was bedeutet das Kostenlimit von 1,0 % für meine ETF-Auswahl?
Das Kostenlimit gilt für den Anbieter (Depot- und Verwaltungsgebühren). Die ETF-Kosten (TER) kommen hinzu. Je günstiger der Anbieter, desto mehr Spielraum für einen günstigen ETF bleibt. Im Idealfall wählt man einen Anbieter mit niedrigen Eigenkosten und einen ETF mit TER unter 0,20 %.
Ist thesaurierend oder ausschüttend besser?
Für die Ansparphase im AVD ist thesaurierend in der Regel praktischer, da Erträge automatisch reinvestiert werden. Ein steuerlicher Nachteil durch ausschüttende ETFs entsteht im AVD nicht, da keine laufende Kapitalertragsteuer anfällt.
Muss ich den ETF selbst auswählen?
Nicht unbedingt. Viele Anbieter bieten Standardportfolios oder Robo-Advisor-Lösungen an. Diese sind bequemer, aber meist teurer als eine selbst zusammengestellte ETF-Lösung.